Westbhutan

Tiger's Nest

Nachfolgend finden Sie einige Hinweise für Ihre Planung:

Üblicherweise gelangt man auf dem Luftweg nach Bhutan. Druk Air fliegt von New Delhi, Mumbai, Kathmandu, Singapore und Bangkok nnach Paro, dem einzigen internationalen Flughafen des Landes. Die Route von New Delhi/Kathmandu ist zu empfehlen, da Sie dabei dem HHimalaya entlang fliegen und so das einmalige Panorama der Achttausender eine Stunde lang geniessen können.
Nach der Landung in Paro empfiehlt es sich einige Tage die Gegend zu erkunden. Das Parotal bietet neben einer Reihe von Sehenswürdigkeiten auch lohnende Ausflüge in die nähere Umgebung und einen spektakulären Aufstieg zum Tiger's Nest, dem heiligen Kloster Taktshang auf 3.000m Höhe (man kann für 3/4 des Weges auch ein Pferd mieten, was zwar kaum schneller aber doch etwas bequemer ist).
Das Nationalmuseum im Ta Dzong benötigt für seine Exponate einige Stunden, ebenso das darunter liegende Rinpung Dzong mit seiner alten Brücke über den Paro-Fluss. Hier im Dzong findet auch das bekannte Paro Tshechu statt.
Die Strasse von Paro nach Thimphu - 65km, sie ist neu gebaut und führt durch Schluchten und entlang von Reisterrassen - benötigt je nach Verkehr und Witterungsbedingungen ca.1 Stunde.

Thimphu, die Haupstadt des Landes benötigt ebenfalls 2-3 Tage zur Besichtigung und entsprechend mehr, wenn Sie zur Zeit des Tshechus dort sind und an dem Fest teilnehmen möchten. Lohnenswert ist der Blick vom Fernsehturm über die Stadt, ev. verbunden mit einem Spaziergang durch den nahen Minizoo um die Takins zu sehen. Ein eindrucksvolles Monument ist auch der Memorial Choerten, 1974 im Andenken an den 3.König Jigme Dorji Wangchuck erbaut. Noch zu seiner Lebzeit wollte der König die drei Pfeiler des Buddhismus - Wort, Körper und Geist Buddhas - in begreifbarer Form darstellen, verstarb jedoch vor der Umsetzung. Seine Mutter realisierte danach das Vorhaben. Der Choerten bietet eine ausgezeichnete Einführung in den komplexen tantrischen Buddhismus, allerdings sollte man einen in dieser Sache erfahrenen Führer dabei haben.
Auf dem flachen Gelände am Fluss hat man oft Gelegenheit Mannschaften beim Bogenschiessen beobachten zu können. Interessant sind auch Post und Bank im Stadtzentrum.

​Von Thimphu nach Punakha (77km) führt der Strasse zunächst vorbei am Simtokha Dzong (gegenüber liegende Hangseite) und weiter bergauf bis zum Dochu La. Das Teehaus hinter den vielen Choerten bietet bei gutem Wetter (Herbst) einen herrlichen Blick auf die Gipfel des Himalaya.
Punakha war für viele Jahre der Sitz der Regierung. Dort wo der Mo- und Pho-Chu zum Punakha-Fluss zusammenfliessen, liegt das Punakha Dzong, das zweit-älteste Dzong Bhutans. Der Shabdrung lies das Dzong 1637 errichten und brachte 600 Mönche von einem Kloster nahe Thimphu. Es ist heute die Residenz des Je Khenpo, der obersten religiösen Authorität des Landes. Das Dzong besitzt 3 Höfe, im Gegensatz zu den üblichen zwei der anderen Dzongs. Der Tempel im südlichsten Hof beherbergt die versiegelten Särge von Pema Lingpa und dem Shabdrung.
​Einige Kilometer ausserhalb Punakhas ragt auf einem Hügel ein riesiger Chörten über das Tal. Der dreistufige, von einem Dom gekrönte Khamsum Yuelley Namgyal Chörten wurde im Dezember 1999 eingeweiht. Von ihm geniesst man einen schönen Rundblick über das Flusstal mit den Reisfeldern.


Zentral- & Ostbhutan

Chendebji Chörten

Fährt man die 150km von Punakha nach Trongsa muss man über die "Schwarzen Berge" und den Pele La.
Vor dem Pass kann man noch einen empfehlenswerten Abstecher ins Phobjikha Tal zum Gangte Goemba machen, einem Kloster in tibetischem Stil. Das Gebiet ist Winter-Ressort für die Schwarzhals-Kraniche und auch anderweitig reich an exotischer Fauna. Hinter dem Pele La und 40km vor Trongsa taucht ganz überaschend der weisse Chendebji Chörten zwischen Strasse und Nikka-Fluss aus der Landschaft. Er wurde vom Lama Shida aus Tibet im 19. Jahrhundert errichtet um die Überreste eines bösen Geistes zu bedecken, der an dieser Stelle erlegt wurde.
​Der Chörten erinnert an den Bodnath in Kathmandu.
In engen Kurven und Serpentinen führt die Transversale, jene Strasse die in ganz Bhutan Bergrücken und Flusstäler von West nach Ost überquert, hinunter ins Tal des Mangde-Chu. Eine Wegbiegung gibt plötzlich den Blick frei auf das Trongsa Dzong an der gegenüber liegenden Hangseite.Trongsa Dzong ist das eindrücklichste Dzong des Landes, eines der schönsten Bauwerke traditioneller bhutanescher Architektur. Erbaut wurde es 1644 vom Penlop Tenpa, welcher vom Shabdrung nach Trongsa gesandt wurde um Ostbhutan dem Reich einzugliedern. Vor dem Bau der Transversale verlief der einzige Saumpfad zwischen Ost- und Westbhutan mitten durch das Dzong und verschaffte dem Penlop damit die absolute Kontrolle. Das Dzong ist auch der Ahnensitz der königlichen Familie von dem aus die ersten beiden Könige regierten. Heute noch ist es Tradition, dass der Kronprinz vor der Thronbesteigung als Penlop von Trongsa dient.

Bumthang ist ein Distrikt, der 4 Täler umfasst (Choekhor, Tang, Ura, Chumey) mit dem Hauptort Jakar. Der Name soll von "bumpa" abgeleitet sein, einem Wassergefäss, das der Form dieser Region gleicht. Die knapp 70km führen gleich hinter Trongsa über den Yotong La (3.400m) und danach wieder talwärts durch Nadelwald vorbei an alten Goembas. Die Gegend ist bekannt für ihre Textilien, besonders den Yathras - handgefertigte Wolltücher mit den typischen geometrischen Bumthang-Mustern, die zu Jacken (Toegos) verarbeitet werden. Bumthang wurde bereits von Guru Rinpoche im 8.Jahrhundert zum Buddhismus konvertiert und ist die Heimat bekannter buddhistischer Heiliger, deren wichtigster – Pema Lingpa (1450-1521) – hier geboren wurde. Sein Grossvater lehrte ihm das Handwerk eines Pferdeschmieds, doch bereits mit 25 Jahren zog er aus, um die von Guru Rinpoche versteckten Schätze zu finden. Seine bekannteste Entdeckung ist aus dem „Membartsho“, dem brennenden See. Um seine Skeptiker zu überzeugen sprang er mit einer brennenden Butterlampe in eine von Felsen eingesäumte Erweiterung des Tang-Flusses und tauchte erst nach einiger Zeit mit der immer noch brennenden Lampe, einer Statue und einem Schatzkästchen wieder aus dem Wasser. Seit jenem
Ereignis heisst die Flusserweiterung „brennender See“. Das bhutanesische Königshaus stammt in direkter Linie von Pama Lingpa ab.
Pema Lingpa gründete auch das Tamshing- und das Kunzangdrak Goemba sowie das Pema Sambhava Lhakhang in Bumthang. Viele seiner heiligen Reliquien sind in diesen Klöstern aufbewahrt.
Die Bumthang Täler sind jedoch noch voller weiterer Klöster, die zum Teil sogar bis Guru Rinpoche zurückreichen.


Trekking

Grundsätzliches:
Gipfelbesteigungen und Klettertouren über 6.000m sind seit längerem in Bhutan nicht erlaubt. Die Ruhe der Berge als Heimat der Götter soll gewahrt werden, es existiert daher auch keine Infrastruktur für Hochgebirgs-Expeditionen.
Für Wander-Trekking gibt es eine Reihe von Touren und Möglichkeiten, die meist in Paro oder Bumthang beginnen und über Höhenzüge, Pässe, Hochtäler, winzige Dörfer und Bergwiesen führen. Für eine detaillierte Beschreibung der zugelassenen Routen empfiehlt sich der Lonely Planet Führer Bhutan (ISBN 1-86450-145-8, www.lonelyplanet.com). Zur Planung und Vororientierung eignet sich auch die "Trekking Map Bhutan" 1:390.000 von Himalayan Maphouse (GPO Box 3924, Kathmandu, Nepal, Fax +977-1-228 340, e-mail: maphouse@wlink.com.np, Internet: www.himalayan-maphouse.com). Bhutanreisen und der Tour Operator in Bhutan organisieren diese Trekking-Touren, da die Trekkingpfade jedoch meist zwischen 2.500-4.000m durch kaum besiedeltes Land führen ist die Organisation von Tragtieren, beweglichen Unterkünften und Verpflegung aufwendig und macht daher eine Mindestteilnahme von 4 Personen in einer Gruppe notwendig.

Übersicht über die bekanntesten Trekking-Touren Bhutans:

Bezeichnung      Start           Ende      Dauer       max. Höhe    begehbar         

1 Cultural Trail     Jakar    Mesithang   3 Tage       3.360m      März-Mai /
                                                                                                Sept.-Nov.
2 Druk Path          Paro    Thimphu      6 Tage       4.200m      Feb.-Juni /
                                                                                                Sept.-Dez.
3 Jomolhari Trail   Paro    Thimphu      8 Tage        5.000m     Mai-Okt.
                                                                                     (best Ende Sept.) 
4 Laya - Gasa       Paro   Tashithang 14 Tage       5.000m      Apr.-Juni /                                       
                                         (Punakha)                                       Sept.-Nov.
5 Snowman           Paro    Wangdue    25 Tage      5.300m     Sept./Okt.         
                                         Phodrang

Im Frühjahr blühen die Rhododendren, im Herbst haben Sie meist gute Weitsicht.
Eine längere Trekking-Tour sollte allerdings nur bei guter Gesundheit unternommen werden. Da Sie sich ständig in grosser Höhe (Höhenkrankheit!) und fern der Zivilisation (schwierige Rückholung bei Unfall oder Erkrankung) bewegen, sind auch medizinische Grundkenntnisse und eine gut ausgestattete Reiseapotheke von Vorteil.                      

Trekking Touren